{"id":9492,"date":"2026-10-01T04:40:42","date_gmt":"2026-10-01T04:40:42","guid":{"rendered":"https:\/\/nyvcol.com\/religioes-kulturell-gemeinde-anleitungen-einsichten\/"},"modified":"2026-10-01T04:40:42","modified_gmt":"2026-10-01T04:40:42","slug":"religioes-kulturell-gemeinde-anleitungen-einsichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/religioes-kulturell-gemeinde-anleitungen-einsichten\/","title":{"rendered":"Religi\u00f6s &#038; Kulturell | Gemeinde, Anleitungen &#038; Einsichten"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>L\u00fcbeck, die historische Hansestadt an der Trave, ist viel mehr als eine Denkmalstadt backsteinerner Sch\u00f6nheit. Die sieben Spitzen der Altstadtinsel zeugen von einer tiefgreifenden religi\u00f6sen Pr\u00e4gung, die weiterhin die kulturelle Szene der Stadt durchzieht. Wer durch die schmalen Gassen wandert, erlebt unmittelbar, wie stark Glaube, Kunst und Gemeinschaft hier miteinander verwoben sind. Das Zukunftforum Kultur in L\u00fcbeck greift genau dieses Zusammenspiel auf und er\u00f6ffnet R\u00e4ume, in denen religi\u00f6se Traditionen und moderne kulturelle Ausdrucksformen aufeinandertreffen. Dieser Artikel l\u00e4dt dazu ein, die geistlichen und kulturellen Sch\u00e4tze der Stadt aus neuer Sicht zu entdecken. Er pr\u00e4sentiert einen fundierten Ratgeber f\u00fcr alle, die begreifen m\u00f6chten, wie aus jahrhundertealten Ritualen lebendige Gemeinschaft sich bildet. Ob Sie als Besucherin die Stille der Backsteinkirchen suchen oder als Anwohner aktiv an interkulturellen Projekten mitwirken m\u00f6chten \u2013 hier finden Sie konkrete Einblicke, praktische Hinweise und inspirierende Geschichten, die zeigen, warum L\u00fcbeck ein besonderes Labor f\u00fcr religi\u00f6s grundierte Kulturarbeit ist.<\/p>\n<h2>Die kulturelle und religi\u00f6se Vielfalt L\u00fcbecks<\/h2>\n<p>Die Altstadtinsel ist seit 1987 UNESCO-Welterbe, doch ihr geistiges Fundament reicht viel weiter zur\u00fcck. Bereits Mittelalter formten Bischofssitz, Kl\u00f6ster und die m\u00e4chtige Kaufmannschaft eine Stadt, in der Fr\u00f6mmigkeit und Weltoffenheit keine Gegens\u00e4tze waren. Heute zeigt sich diese Geschichte in einer bemerkenswerten konfessionellen Vielfalt wider: evangelische Hauptkirchen, eine katholische Propstei, eine russisch-orthodoxe Gemeinde und eine aktive j\u00fcdische Gemeinschaft leben Seite an Seite. Hinzu kommen muslimische Gebetsr\u00e4ume und kleinere spirituelle Gruppen, die das Bild einer lebendigen religi\u00f6sen Landschaft erg\u00e4nzen. Diese Pluralit\u00e4t ist kein Zufall, sondern Spiegelbild einer Hafenstadt, die \u00fcber Jahrhunderte hinweg Menschen aus dem gesamten Ostseeraum anziehen konnte. Das Zukunftforum Kultur sieht diese Vielfalt als Ressource und nicht als Trennlinie. Es f\u00f6rdert Begegnungen, bei denen die unterschiedlichen Traditionen nicht nur nebeneinanderstehen, sondern aktiv <a href=\"https:\/\/verwaltungsportal.hessen.de\/leistung?leistung_id=L100001_8998836\">verwaltungsportal.hessen.de<\/a> voneinander lernen. So wird die Stadt selbst zu einem lebendigen Lehrbuch, in dem religi\u00f6se Motive in der Architektur, der Musik und den jahreszeitlichen Festen bis heute weiterwirken.<\/p>\n<p>Wer die kulturelle Topografie L\u00fcbecks verstehen will, muss die religi\u00f6sen Orte nicht als museale Inseln, sondern als aktive Knotenpunkte des st\u00e4dtischen Lebens auffassen. Die Marienkirche etwa ist nicht nur ein Meisterwerk der Backsteingotik, sondern auch eine Konzertb\u00fchne von Weltrang und ein Ort der Stille mitten im touristischen Trubel. \u00c4hnliches trifft zu f\u00fcr den Dom, der mit seinen Kunstsch\u00e4tzen und dem angrenzenden Museumskomplex eine Br\u00fccke zwischen Glauben, Geschichte und zeitgen\u00f6ssischer Kunst schl\u00e4gt. Diese Doppelfunktion durchzieht durch nahezu alle Sakralbauten der Stadt. Sie sind geistliche Heimat f\u00fcr die Kerngemeinden und zugleich \u00f6ffentliche R\u00e4ume, in denen Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen stattfinden. Das Zukunftforum Kultur beg\u00fcnstigt diese \u00d6ffnung gezielt, indem es Formate konzipiert, die spirituelle Inhalte mit kultureller Bildung verbinden. So entstehen Angebote, die sowohl kirchenferne Menschen ansprechen als auch Gl\u00e4ubigen neue Zug\u00e4nge zu ihrem eigenen Erbe er\u00f6ffnen.<\/p>\n<h2>Historische Kirchen als lebendige Kulturorte<\/h2>\n<p>Die f\u00fcnf gro\u00dfen Altstadtkirchen \u2013 St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, der Dom und St. Aegidien \u2013 stellen das steinerne R\u00fcckgrat der Stadt. Doch ihre Wichtigkeit ist nicht in der imposanten Bausubstanz. Jede einzelne dieser Kirchen besitzt in den vergangenen Jahrzehnten ein eigenes kulturelles Profil aufgebaut, das weit \u00fcber den sonnt\u00e4glichen Gottesdienst hinausgeht. St. Marien, die Kirche der B\u00fcrger und Ratsherren, beherbergt die ber\u00fchmte Totentanzorgel und veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Orgelkonzerte, die Musikliebhaber aus weiten Teilen Europa anlocken. St. Petri hingegen ist zu einem Zentrum f\u00fcr aktuelle Kunst und Wissenschaft gewandelt; die Aussichtsplattform auf dem Turm bietet nicht nur einen grandiosen Blick, sondern auch abwechselnde Ausstellungen, die gemeinschaftliche Fragen aus \u00e4sthetischer Perspektive beleuchten. Diese Profilierung ist keineswegs willk\u00fcrlich, sondern das Produkt einer gezielten kulturpolitischen Strategie, die das Zukunftforum Kultur seit langem unterst\u00fctzt und dokumentiert.<\/p>\n<p>Ein sehr bemerkenswertes Beispiel f\u00fcr die Transformation vom rein kirchlichen Raum zum aktiven Kulturort ist die Jakobikirche. Als alte Seemannskirche erh\u00e4lt sie mit der Ged\u00e4chtniskapelle f\u00fcr die auf See Gebliebenen ein besonderes maritimes Verm\u00e4chtnis. Parallel dazu hat sie sich als Konzertkirche einen Ruf erworben, in der sowohl alte Musik auf historischen Instrumenten als auch experimentelle Klanginstallationen erklingen. Die restaurierte F\u00fchrer-Orgel und die beiden kleineren Instrumente erlauben ein Klangspektrum, das von barocker Pracht bis zu avantgardistischen Kompositionen geht. Diese Verbindung aus liturgischer Nutzung und \u00f6ffentlichem Kulturprogramm ist typisch f\u00fcr den L\u00fcbecker Weg. Sie zeigt, dass Kirchen keine geschlossenen Gesellschaften sind, sondern willkommene St\u00e4tten, die auf der H\u00f6he der Zeit handeln. Wer sich darauf einstellt, entdeckt R\u00e4ume, in denen Stille und Klang, Gebet und Performance, Tradition und Innovation fruchtbar aufeinandertreffen.<\/p>\n<h3>Die Rolle der Kirchenmusik im Leben der Stadt<\/h3>\n<p>Die L\u00fcbecker Kirchenmusiktradition reicht bis zu den gro\u00dfen Kantoren der Hansezeit zur\u00fcck, allen voran Dietrich Buxtehude, der im 17. Jahrhundert an St. Marien wirkte und die ber\u00fchmten Abendmusiken schuf. Diese Konzertreihe war ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges, das Kaufleute, Handwerker und Reisende gleicherma\u00dfen begeisterte. Heute kn\u00fcpfen die Kantorate aller Hauptkirchen bewusst an dieses Erbe auf, ohne in der Vergangenheit zu stehen. Regelm\u00e4\u00dfige Orgelvespern, Kantatengottesdienste und die sommerliche Reihe \u201eOrgelpunkt\u201c lassen geistliche Musik zu einem festen Bestandteil des kulturellen Kalenders. Besonders bemerkenswert ist die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker: Der L\u00fcbecker Knabenkantorei und der M\u00e4dchenkantorei f\u00e4llt es, Kinder und Jugendliche nicht nur stimmlich zu entwickeln, sondern ihnen auch einen tiefen Zugang zur spirituellen Dimension der Musik zu erm\u00f6glichen. So bleibt die Kirchenmusik ein lebendiger Dialog zwischen den Generationen und ein wichtiger Impulsgeber f\u00fcr die gesamte st\u00e4dtische Kulturszene.<\/p>\n<h2>UNESCO-Welterbest\u00e4tte und kirchliche Baukunst<\/h2>\n<p>Die Eintragung der L\u00fcbecker Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 1987 anerkannte nicht allein die herausragende Profanarchitektur, sondern ganz wesentlich auch die sakralen Bauten als Zentrum des mittelalterlichen Stadtgef\u00fcges. Die sieben T\u00fcrme von St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, dem Dom und St. Aegidien sind das weithin wahrnehmbare Markenzeichen der Stadt und zugleich ein steinernes Bekenntnis von europ\u00e4ischem Format. Die Backsteingotik, die hier ihre Vollendung fand, setzte Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den Kirchenbau im ganzen Ostseeraum und wirkte auf St\u00e4dte von Wismar bis Tallinn. Wer die Kirchen aufmerksam betrachtet, findet eine Vielzahl von Details, die von der Fr\u00f6mmigkeit, aber auch vom Selbstbewusstsein der hansischen Kaufleute erz\u00e4hlen: filigrane Sterngew\u00f6lbe, reich <a href=\"https:\/\/lotto.n-tv.de\/spielgemeinschaft\/jackpotquartett\">lotto.n-tv.de<\/a> verzierte Portale und die f\u00fcr L\u00fcbeck \u00fcblichen, schlanken Strebepfeiler, die den Bauk\u00f6rper rhythmisieren. Der Welterbestatus verpflichtet die Stadt, diese Bauten nicht allein zu erhalten, sondern sie auch der \u00d6ffentlichkeit auf eine Weise zug\u00e4nglich zu machen, die ihre Bedeutung vermittelt.<\/p>\n<p>Die Herausforderung besteht darin, den Denkmalschutz mit den Anforderungen einer lebendigen Verwendung in Einklang zu bringen. Eine Kirche, die nur noch Museum ist, verliert ihre Seele; eine Kirche, die nur auf die gottesdienstliche Nutzung baut, sch\u00f6pft ihre M\u00f6glichkeiten als \u00f6ffentlicher Raum nicht aus. Das Zukunftforum Kultur begleitet diesen Balanceakt mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit und holt Denkmalpfleger, Theologen, K\u00fcnstler und Stadtplaner an einen Tisch. Ein \u00fcberzeugendes Beispiel ist die j\u00fcngste Sanierung des Domkreuzgangs, bei der ein moderner Anbau f\u00fcr museumsp\u00e4dagogische Arbeit geschaffen wurde, ohne das historische Ensemble zu beeintr\u00e4chtigen. Solche Projekte demonstrieren, dass Welterbe kein statischer Zustand ist, sondern ein dynamischer Prozess, der wiederholt neu ausgehandelt werden muss. Sie machen deutlich, dass die sakrale Baukunst L\u00fcbecks nicht blo\u00df der Vergangenheit entstammt, sondern eine lebendige Ressource f\u00fcr die Stadtgesellschaft von morgen darstellt.<\/p>\n<h2>Besichtigungen und spirituelle Pfade: Eine Anleitung f\u00fcr Forscher<\/h2>\n<p>L\u00fcbeck kann man auf vielf\u00e4ltige Art auf spirituelle Weise erleben, und das Angebot an kompetenten Rundg\u00e4ngen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wer die Stadt nicht blo\u00df als B\u00fchne, sondern als Raum spiritueller Erfahrung erleben m\u00f6chte, entdeckt viele thematische Touren, die viel weiter als die \u00fcblichen touristischen Pfade hinausgehen. Das Zukunftforum Kultur r\u00e4t zu vor allem die \u201eWege der Stille\u201c, eine Partnerschaft zahlreicher Kirchengemeinden, die Besucher zu St\u00e4tten der inneren Besinnung bringt. Dabei handelt es sich nicht auf kunsthistorische Angaben, sondern um die pers\u00f6nliche Wahrnehmung: Wie wandelt sich der Sound der Fu\u00dftritte auf mittelalterlichen Backsteinen? Welche Ideen weckt das Licht, das durch die farbigen Fenster scheint? Solche Wahrnehmungserlebnisse werden durch kurze Anregungstexte und meditative Musik bereichert, sind jedoch stets frei von dogmatischen Lehren. Das Modell wendet sich explizit an Menschen, die keiner Glaubensgemeinschaft zugeh\u00f6ren, aber eine Sehnsucht nach Ruhe und Kontemplation versp\u00fcren.<\/p>\n<p>F\u00fcr kulturhistorisch Begeisterte bieten sich die klassischen Kirchenf\u00fchrungen dar, die von den jeweiligen Gemeinden und der L\u00fcbecker Stadtf\u00fchrer-Gilde veranstaltet werden. Hier stehen Architektur, Kunstsch\u00e4tze und die bewegte Geschichte der Gottesh\u00e4user im Zentrum. Besonders ratsam ist die Kombination aus Domf\u00fchrung und Besuch des Dommuseums, wo liturgische Ger\u00e4te, Paramente und die ber\u00fchmte Triumphkreuzgruppe im Original besichtigt werden k\u00f6nnen. Einen ganz anderen Zugang bieten die neu konzipierten \u201ePilgerwege im Stadtraum\u201c. Auf markierten Routen, die an den mittelalterlichen Jakobsweg anbinden, verm\u00f6gen Einzelg\u00e4nger und kleine Gruppen die Stadt zu Fu\u00df durchmessen. Unterwegs laden Stationen mit Zitaten von Mystikerinnen und Mystikern zum Innehalten ein. Diese Wege verbinden die physische Bewegung mit einer inneren Reise und gestalten den spirituellen Reichtum der Stadt auf eine sehr unmittelbare, k\u00f6rperliche Weise sp\u00fcrbar.<\/p>\n<h3>N\u00fctzliche Tipps f\u00fcr Ihre eigene Erkundung<\/h3>\n<p>Wer auf eigene Faust losziehen m\u00f6chte, sollte einige praktische Hinweise beachten, um die spirituellen und kulturellen Sch\u00e4tze L\u00fcbecks optimal zu erleben. Die meisten Kirchen sind tags\u00fcber ge\u00f6ffnet, doch die genauen Besichtigungszeiten variieren je nach Gemeinde und Jahreszeit. Es empfiehlt sich, vorab einen Blick auf die Websites der Kirchengemeinden oder die zentrale Plattform des Kirchenkreises zu werfen. Dort finden sich auch Hinweise auf Sonderf\u00fchrungen, etwa die beliebten Nachtf\u00fchrungen in St. Marien oder die Turmbesteigungen von St. Petri, die bei klarem Wetter einen unvergesslichen Panoramablick bieten. F\u00fcr den Besuch von Konzerten und Veranstaltungen ist eine fr\u00fchzeitige Reservierung ratsam, da die Pl\u00e4tze in den historischen Kirchen oft begrenzt sind. Wer die Stille sucht, sollte die fr\u00fchen Morgenstunden oder die sp\u00e4ten Nachmittagsstunden unter der Woche w\u00e4hlen, wenn die gro\u00dfen Besucherstr\u00f6me abgeebbt sind. Ein kleiner Reisef\u00fchrer mit spirituellen Impulsen ist in der Tourist-Information und im Domladen erh\u00e4ltlich und bietet auch f\u00fcr erfahrene L\u00fcbeck-Kenner \u00fcberraschende Perspektiven.<\/p>\n<h2>Kulturelle Veranstaltungen in kirchlichen R\u00e4umen<\/h2>\n<p>Die Kirchengeb\u00e4ude L\u00fcbecks sind schon lange zu den vielleicht ungew\u00f6hnlichsten und zugleich stimmungsvollsten Spielst\u00e4tten der Stadt entwickelt. Das Spektrum der Veranstaltungen spannt sich von exzellenten klassischen Konzerten \u00fcber Theaterauff\u00fchrungen und Lesungen und Podiumsdiskussionen. Die Marienkirche zum Beispiel wird w\u00e4hrend des Schleswig-Holstein Musik Festivals in einen Veranstaltungssaal von internationalem Rang, in dem Orchester und Ensembles aus aller Welt auftreten. Der besondere Klang der gotischen Hallenkirchen schenkt jedem Ton eine fast \u00fcberirdische Pr\u00e4senz und verwandelt selbst vertraute Werke in ein neues Klangerlebnis. Doch nicht nur die Hochkultur hat hier ihren Ort: H\u00e4ufig sind auch zu erleben Ch\u00f6re aus der Region, Schulorchester und freie Theatergruppen , die die Kirchen mit innovativen Konzepten beleben. Diese Kombination aus Weltklasse und lokaler Verwurzelung stellt dar ein Markenzeichen der L\u00fcbecker Kulturszene und wird vom Zukunftforum Kultur nachdr\u00fccklich unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ein besonders spannendes Feld ist die zeitgen\u00f6ssische Kunst im Kirchenraum. Immer wieder bitten Gemeinden K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler ein, Installationen zu gestalten, die sich mit dem Ort und seiner spirituellen Aura auseinandersetzen. So wurden geschaffen in der Petrikirche bereits begehbare Lichtskulpturen, die den gesamten Kirchenraum in ein Farbenmeer tauchten, oder Videoarbeiten, die biblische Motive in die Bildsprache des 21. Jahrhunderts transferierten. Diese tempor\u00e4ren Interventionen bringen ein Publikum an, das sonst vielleicht nie eine Kirche betreten w\u00fcrde, und provozieren zu intensiven Gespr\u00e4chen \u00fcber Glauben, Kunst und Gesellschaft an. Auch die j\u00e4hrliche L\u00fcbecker Museumsnacht bezieht die Kirchen mit ein und gestaltet so einen Parcours, der sakrale und profane Kulturorte miteinander verbindet. Das Zukunftforum Kultur beschreibt diese Projekte und setzt sie in einen gr\u00f6\u00dferen Diskurs \u00fcber die Zukunft sakraler R\u00e4ume in einer zunehmend s\u00e4kularisierten Gesellschaft.<\/p>\n<h3>Konzerte und Orgelmusik als Bindeglieder<\/h3>\n<p>Die Orgelmusik hat in L\u00fcbeck eine Ausnahmestellung ein, die deutlich \u00fcber das rein Musikalische hinausreicht. Mit Instrumenten aus verschiedenen Epochen \u2013 von der barocken Totentanzorgel in St. Marien \u00fcber die romantische Kemper-Orgel in St. Jakobi bis zur modernen Orgel im Dom \u2013 hat die Stadt \u00fcber ein vitales Klangarchiv der Orgelbaugeschichte. Die regelm\u00e4\u00dfigen Orgelkonzerte und die sommerliche Reihe \u201eOrgelpunkt\u201c bringen ein Publikum an, das die meditative Kraft dieser Kl\u00e4nge begehrt, ohne zwingend einen Gottesdienst besuchen zu wollen. Viele Kantoren pr\u00e4sentieren zudem kurze Einf\u00fchrungen an, die die Funktionsweise der Instrumente erl\u00e4utern und die gespielten Werke in ihren geistlichen Kontext setzen. So gestalten sich die Konzerte zu Bildungsereignissen, die musikalisches Fachwissen und spirituelle Erfahrung auf organische Weise verbinden. F\u00fcr Kinder und Familien gibt es spezielle \u201eOrgelentdecker\u201c-Programme, bei denen die jungen Zuh\u00f6rer die K\u00f6nigin der Instrumente sogar selbst ausprobieren d\u00fcrfen.<\/p>\n<h2>Interreligi\u00f6ses Miteinander und Gemeinschaftsprojekte<\/h2>\n<p>In einer Gemeinde, deren Vergangenheit von Handel und Austausch gepr\u00e4gt ist, liegt der interreligi\u00f6se Dialog nahezu in der Luft. Das Zukunftforum Kultur hat in den zur\u00fcckliegenden Jahren gezielte Formate entwickelt, die Kontakte zwischen Christen, Juden, Muslimen und Menschen ohne religi\u00f6ses Bekenntnis erm\u00f6glichen. Ein Leuchtturmprojekt ist die j\u00e4hrliche \u201eNacht der offenen Gottesh\u00e4user\u201c, bei der Synagoge, Moscheen und Kirchen gleichzeitig ihre T\u00fcren \u00f6ffnen. Besucherinnen und Besucher k\u00f6nnen nicht nur die R\u00e4ume kennenlernen, sondern kommen bei F\u00fchrungen, Teezeremonien und Podiumsgespr\u00e4chen unbeschwert miteinander ins Gespr\u00e4ch. Diese Veranstaltung ist gezielt niedrigschwellig angelegt und verzichtet auf lange Vortr\u00e4ge; stattdessen stehen pers\u00f6nliche Begegnung und das gemeinsame Erleben von Musik, Kalligrafie oder kulinarischen Spezialit\u00e4ten im Vordergrund. Der Erfolg gibt dem Konzept beispielsweise: Jahr f\u00fcr Jahr steigen die Besucherzahlen, und aus einmaligen Kontakten entstehen dauerhafte Kooperationen.<\/p>\n<p>Ein weiteres wesentliches Feld ist die gemeinsame Sozialarbeit <a href=\"https:\/\/kulturtreibhaus.org\/\" target=\"_blank\">https:\/\/kulturtreibhaus.org\/<\/a>. Unter dem Dach der L\u00fcbecker Tafel oder der \u00f6kumenischen Bahnhofsmission engagieren sich Ehrenamtliche aller Konfessionen und auch konfessionslose Helfer Seite an Seite. Diese Praxis der gelebten Solidarit\u00e4t \u00fcberwindet theologische Differenzen nicht durch Diskussion, sondern durch gemeinsames Handeln. Das Zukunftforum Kultur begleitet solche Initiativen dokumentarisch und stellt sie in den Kontext einer gr\u00f6\u00dferen Erz\u00e4hlung: der Stadt als solidarischer Gemeinschaft, in der religi\u00f6se Wurzeln zu einem Motor b\u00fcrgerschaftlichen Engagements werden. Besonders spannend sind Projekte mit Jugendlichen, etwa das interreligi\u00f6se Friedenscamp, das in den Sommerferien stattfindet. Hier erarbeiten muslimische, christliche und j\u00fcdische Jugendliche gemeinsam eine Performance oder eine Ausstellung zu Themen wie Gerechtigkeit oder Heimat. Die entstehenden Werke werden anschlie\u00dfend in wechselnden Gemeindeh\u00e4usern gezeigt und laden das Publikum ein, eigene Vorurteile zu hinterfragen.<\/p>\n<h2>Ehrenamt und Engagement: Wie Sie Teil der Gemeinschaft werden<\/h2>\n<p>Die religi\u00f6se und kulturelle Gemeinschaft L\u00fcbecks lebt vom Mitwirken vieler Helfer, die ihre Zeit und ihre F\u00e4higkeiten beitragen. Ohne die vielen Ehrenamtlichen h\u00e4tten viele der beschriebenen Angebote schlichtweg nicht umsetzbar. Die Kirchengemeinden, aber auch das Zukunftforum Kultur, bieten eine Menge von Optionen, sich aktiv zu engagieren \u2013 und das ohne R\u00fccksicht von der individuellen Konfession oder Weltanschauung. Wer gerne mit Menschen zusammenarbeitet, kann sich im Besuchsdienst bet\u00e4tigen, \u00e4ltere Gemeindemitglieder zu Veranstaltungen begleiten oder bei der Planung des Kirchencaf\u00e9s mitwirken. Technisch Begeisterte werden in den Teams ben\u00f6tigt, die sich um die komplexe Licht- und Tontechnik bei Konzerten und Pr\u00e4sentationen k\u00fcmmern. Und wer \u00fcber manuelles Geschick verf\u00fcgt, findet bei der Pflege der historischen Bausubstanz oder der Parkanlagen rund um die Kirchen ein dankbares Bet\u00e4tigungsfeld. Die Aufgabengebiete sind so vielf\u00e4ltig wie die Stadt selbst.<\/p>\n<p>Ein besonders erf\u00fcllendes Engagementfeld ist die kulturelle Vermittlung. Viele Kirchengemeinden suchen Menschen, die Spa\u00df daran versp\u00fcren, Besucherinnen und Besuchern die Vergangenheit und die geistliche Bedeutung der Gottesh\u00e4user nahezubringen. Eine fundierte Einarbeitung und kontinuierliche Fortbildungen sind dabei selbstverst\u00e4ndlich. Das Zukunftforum Kultur hat gemeinsam mit der Volkshochschule einen besonderen Qualifizierungskurs f\u00fcr \u201eKulturlotsen\u201c erstellt, der kunstgeschichtliches Wissen mit gespr\u00e4chigen F\u00e4higkeiten und multikultureller Kompetenz verbindet. Absolventinnen und Absolventen dieses Kurses leiten nicht nur Touristengruppen, sondern unterst\u00fctzen auch Schulklassen und organisieren Workshops, in denen die Mitwirkenden selbst sch\u00f6pferisch werden. Wer sich f\u00fcr ein dieses Ehrenamt ausw\u00e4hlt, bekommt nicht nur vertiefte Einblicke in die L\u00fcbecker Kulturgeschichte, sondern wird Teil einer aktiven Gemeinschaft, in der Beziehungen \u00fcber Generations- und Konfessionsgrenzen hinweg sich entwickeln.<\/p>\n<h2>Braucht\u00fcmer und Traditionen im Jahreskreis<\/h2>\n<p>Das kulturell gepr\u00e4gte Jahr in L\u00fcbeck wird von einem Zyklus religi\u00f6s grundierter Feste gepr\u00e4gt, die weit \u00fcber die Kirchenmauern reichen. Der Advent und die Weihnachtszeit spielen dabei eine besondere Stellung ein. Der L\u00fcbecker Weihnachtsmarkt, der sich mit seinen traditionellen Buden zwischen Rathaus und Marienkirche erstreckt, ist einer der sch\u00f6nsten in ganz Deutschland. Hier treffen zusammen handwerkliche Tradition, kulinarische Spezialit\u00e4ten und ein umfangreiches B\u00fchnenprogramm mit der unmittelbaren Pr\u00e4senz der Kirche, in der t\u00e4glich Adventsandachten und Krippenspiele abgehalten werden. Doch auch die nicht so spektakul\u00e4ren Feste des Kirchenjahres beeinflussen das st\u00e4dtische Leben: die ruhigen Prozessionen in der Karwoche, die festlichen Osternachtsfeiern mit Osterfeuer im Domhof oder die verbindenden Pfingstgottesdienste unter freiem Himmel auf dem Marktplatz. Diese Feiern sind nicht exklusiven Veranstaltungen f\u00fcr Kirchenmitglieder, sondern f\u00fcr alle zug\u00e4ngliche Einladungen, die den Rhythmus des Jahres f\u00fcr alle erfahrbar machen.<\/p>\n<p>Neben den christlichen Festen gewinnen auch die Feiertage anderer Religionen zunehmend an Sichtbarkeit. Das j\u00fcdische Lichterfest Chanukka wird mit einer \u00f6ffentlichen Menora-Zeremonie auf dem Koberg begangen, und zum muslimischen Fastenbrechen im Ramadan laden Moscheegemeinden regelm\u00e4\u00dfig Nachbarn und Interessierte zu einem gemeinsamen Iftar-Essen ein. Diese \u00d6ffnung ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Stadtgesellschaft, die religi\u00f6se Vielfalt nicht nur toleriert, sondern aktiv feiert. Das Zukunftforum Kultur unterst\u00fctzt diese Entwicklung, indem es einen interkulturellen Festkalender herausgibt und Begegnungsformate organisiert, die das gegenseitige Verst\u00e4ndnis vertiefen. Besonders beliebt sind die gemeinsamen Kochabende, bei denen Teilnehmerinnen und Teilnehmer traditionelle Festgerichte aus ihren Herkunftskulturen zubereiten und dabei ins Gespr\u00e4ch kommen. So wird der Jahreskreis zu einem bunten Mosaik aus vertrauten und neuen Br\u00e4uchen, das die Gemeinschaft st\u00e4rkt.<\/p>\n<ul>\n<li>L\u00fcbecks Weihnachtsmarkt (Ende November bis Silvester): Kunstgewerbe, B\u00fchnenprogramm und t\u00e4gliche Adventsmusik in St. Marien.<\/li>\n<li>Osternacht mit Osterfeuer: \u00d6kumenische Gottesdienste im Dom und an der Trave, meistens mit danach folgendem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck.<\/li>\n<li>Nacht der offenen Gottesh\u00e4user (September): Synagogen, Moscheen und Kirchen \u00f6ffnen zur selben Zeit ihre T\u00fcren f\u00fcr Zusammenk\u00fcnfte.<\/li>\n<li>Chanukka-Feier f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit (Dezember): Anz\u00fcnden der Menora auf dem Koberg mit Musik und j\u00fcdischen Gerichten.<\/li>\n<li>Friedenscamp der Religionen (Sommer): Jugendliche aus verschiedenen Religionen gestalten zusammen kreative Projekte.<\/li>\n<li>Pfingstgottesdienst am Marktplatz: \u00d6kumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel, musikalisch begleitet von st\u00e4dtischen Ch\u00f6ren.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>FAQ<\/h2>\n<h3>Welche religi\u00f6sen Orte sind in der Hansestadt L\u00fcbeck besonders bemerkenswert?<\/h3>\n<p>Allen voran stehen die f\u00fcnf gotischen Hauptkirchen: St. Marien mit ihrer Totentanzorgel, das Dom mit dem beeindruckenden Triumphkreuz, St. Petri mit Aussichtsplattform und Wechselausstellungen, St. Jakobi als Seefahrerkirche und St. Aegidien als Quartierkirche mit einer lebendigen Gemeindearbeit. Auch die katholische Propsteikirche Herz Jesu sowie die Synagoge in der St.-Annen-Stra\u00dfe stellen baulich wie auch spirituell einen Besuch wert. Die russisch-orthodoxe Gemeinde feiert ihre Gottesdienste in einem schlichten, jedoch eindrucksvollen Raum in der Altstadt.<\/p>\n<h3>Existieren interreligi\u00f6se Events, bei denen Besucher teilnehmen k\u00f6nnen?<\/h3>\n<p>Ja, die j\u00e4hrliche \u201eNacht der offenen Gottesh\u00e4user\u201c im September ist einen H\u00f6hepunkt dar. Dabei \u00f6ffnen Synagoge, Moscheen sowie Kirchen zur gleichen Zeit ihre T\u00fcren und bieten F\u00fchrungen, Musik sowie kulinarische Proben. Auch das interreligi\u00f6se Friedenscamp im Sommer hei\u00dft G\u00e4ste willkommen, die sich \u00fcber die entstandenen Kunstprojekte informieren wollen. Viele Moscheegemeinden bieten zum Fastenbrechen im Ramadan ein; die Daten werden \u00fcber die lokale Presse und die Websites der Gemeinden ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<h3>Wie kann man sich ehrenamtlich in der religi\u00f6sen Kulturszene L\u00fcbecks einbringen?<\/h3>\n<p>Die Gemeinden und das Zukunftforum Kultur bieten vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten: vom Besuchsdienst \u00fcber die Mithilfe bei Konzerten und Ausstellungen bis zur Ausbildung zum Kulturlotsen. Interessierte haben die Gelegenheit, sich direkt an die Pfarrb\u00fcros der Gemeinden zu wenden oder die Ehrenamtsb\u00f6rse des Kirchenkreises zu nutzen. Der Qualifizierungskurs \u201eKulturlotsen\u201c der Volkshochschule vermittelt kunsthistorisches Wissen und kommunikative Kompetenzen f\u00fcr die F\u00fchrung von Besuchergruppen.<\/p>\n<h3>Befinden sich die L\u00fcbecker Kirchen auch au\u00dferhalb der Gottesdienste zug\u00e4nglich?<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ja. Die meisten Kirchen sind tags\u00fcber f\u00fcr Besucher ge\u00f6ffnet, allerdings k\u00f6nnen die Zeiten je nach Gemeinde, Jahreszeit und anstehenden Veranstaltungen variieren. St. Marien und der Dom haben in der Regel die l\u00e4ngsten \u00d6ffnungszeiten. Es empfiehlt sich, vor einem Besuch die aktuellen Hinweise auf den Websites der Gemeinden zu pr\u00fcfen. W\u00e4hrend der Gottesdienste und bei Sonderveranstaltungen k\u00f6nnen touristische Besichtigungen eingeschr\u00e4nkt sein.<\/p>\n<h3>Welche Rolle spielt die Kirchenmusik im Kulturleben der Stadt?<\/h3>\n<p>Eine zentrale Rolle. Die L\u00fcbecker Kirchenmusiktradition f\u00fchrt bis zu Dietrich Buxtehude zur\u00fcck und ist heute mit Orgelkonzerten, Kantatengottesdiensten und der Reihe \u201eOrgelpunkt\u201c pr\u00e4sent wie nie. Die Knaben- und M\u00e4dchenkantorei schulen junge Stimmen aus, und die historischen Orgeln locken internationale K\u00fcnstler an. Die Kirchenmusik ist ein niedrigschwelliger Zugang zu spirituellen R\u00e4umen und erzielt ein Publikum weit \u00fcber die Kerngemeinden hinaus.<\/p>\n<h3>Was macht das UNESCO-Welterbe in L\u00fcbeck aus spiritueller Sicht besonders?<\/h3>\n<p>Die Altstadt ist ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Beispiel f\u00fcr die Kombination von b\u00fcrgerlicher Macht und tiefer Fr\u00f6mmigkeit im Mittelalter. Die sieben Kircht\u00fcrme pr\u00e4gen die Silhouette und beweisen von einer Stadt, die ihren Reichtum bewusst in sakrale Baukunst steckte. Die Backsteingotik etablierte Ma\u00dfst\u00e4be im gesamten Ostseeraum. Heute gilt es, diese Bauten als lebendige Orte des Glaubens und der Kultur zu erhalten \u2013 eine Aufgabe, der sich das Zukunftforum Kultur vorrangig widmet.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00fcbeck, die historische Hansestadt an der Trave, ist viel mehr als eine Denkmalstadt backsteinerner Sch\u00f6nheit. Die sieben Spitzen der Altstadtinsel zeugen von einer tiefgreifenden religi\u00f6sen Pr\u00e4gung, die weiterhin die kulturelle Szene der Stadt durchzieht. Wer durch die schmalen Gassen wandert, erlebt unmittelbar, wie stark Glaube, Kunst und Gemeinschaft hier miteinander verwoben sind. Das Zukunftforum Kultur in L\u00fcbeck greift genau dieses Zusammenspiel auf und er\u00f6ffnet R\u00e4ume, in denen religi\u00f6se Traditionen und moderne kulturelle Ausdrucksformen aufeinandertreffen. Dieser Artikel l\u00e4dt dazu ein, die geistlichen und kulturellen Sch\u00e4tze der Stadt aus neuer Sicht zu entdecken. Er pr\u00e4sentiert einen fundierten Ratgeber f\u00fcr alle, die begreifen m\u00f6chten, wie aus jahrhundertealten Ritualen lebendige Gemeinschaft sich bildet. Ob Sie als Besucherin die Stille der Backsteinkirchen suchen oder als Anwohner aktiv an interkulturellen Projekten mitwirken m\u00f6chten \u2013 hier finden Sie konkrete Einblicke, praktische Hinweise und inspirierende Geschichten, die zeigen, warum L\u00fcbeck ein besonderes Labor f\u00fcr religi\u00f6s grundierte Kulturarbeit ist. Die kulturelle und religi\u00f6se Vielfalt L\u00fcbecks Die Altstadtinsel ist seit 1987 UNESCO-Welterbe, doch ihr geistiges Fundament reicht viel weiter zur\u00fcck. Bereits Mittelalter formten Bischofssitz, Kl\u00f6ster und die m\u00e4chtige Kaufmannschaft eine Stadt, in der Fr\u00f6mmigkeit und Weltoffenheit keine Gegens\u00e4tze waren. Heute zeigt sich diese Geschichte in einer bemerkenswerten konfessionellen Vielfalt wider: evangelische Hauptkirchen, eine katholische Propstei, eine russisch-orthodoxe Gemeinde und eine aktive j\u00fcdische Gemeinschaft leben Seite an Seite. Hinzu kommen muslimische Gebetsr\u00e4ume und kleinere spirituelle Gruppen, die das Bild einer lebendigen religi\u00f6sen Landschaft erg\u00e4nzen. Diese Pluralit\u00e4t ist kein Zufall, sondern Spiegelbild einer Hafenstadt, die \u00fcber Jahrhunderte hinweg Menschen aus dem gesamten Ostseeraum anziehen konnte. Das Zukunftforum Kultur sieht diese Vielfalt als Ressource und nicht als Trennlinie. Es f\u00f6rdert Begegnungen, bei denen die unterschiedlichen Traditionen nicht nur nebeneinanderstehen, sondern aktiv verwaltungsportal.hessen.de voneinander lernen. So wird die Stadt selbst zu einem lebendigen Lehrbuch, in dem religi\u00f6se Motive in der Architektur, der Musik und den jahreszeitlichen Festen bis heute weiterwirken. Wer die kulturelle Topografie L\u00fcbecks verstehen will, muss die religi\u00f6sen Orte nicht als museale Inseln, sondern als aktive Knotenpunkte des st\u00e4dtischen Lebens auffassen. Die Marienkirche etwa ist nicht nur ein Meisterwerk der Backsteingotik, sondern auch eine Konzertb\u00fchne von Weltrang und ein Ort der Stille mitten im touristischen Trubel. \u00c4hnliches trifft zu f\u00fcr den Dom, der mit seinen Kunstsch\u00e4tzen und dem angrenzenden Museumskomplex eine Br\u00fccke zwischen Glauben, Geschichte und zeitgen\u00f6ssischer Kunst schl\u00e4gt. Diese Doppelfunktion durchzieht durch nahezu alle Sakralbauten der Stadt. Sie sind geistliche Heimat f\u00fcr die Kerngemeinden und zugleich \u00f6ffentliche R\u00e4ume, in denen Ausstellungen, Lesungen und Diskussionen stattfinden. Das Zukunftforum Kultur beg\u00fcnstigt diese \u00d6ffnung gezielt, indem es Formate konzipiert, die spirituelle Inhalte mit kultureller Bildung verbinden. So entstehen Angebote, die sowohl kirchenferne Menschen ansprechen als auch Gl\u00e4ubigen neue Zug\u00e4nge zu ihrem eigenen Erbe er\u00f6ffnen. Historische Kirchen als lebendige Kulturorte Die f\u00fcnf gro\u00dfen Altstadtkirchen \u2013 St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, der Dom und St. Aegidien \u2013 stellen das steinerne R\u00fcckgrat der Stadt. Doch ihre Wichtigkeit ist nicht in der imposanten Bausubstanz. Jede einzelne dieser Kirchen besitzt in den vergangenen Jahrzehnten ein eigenes kulturelles Profil aufgebaut, das weit \u00fcber den sonnt\u00e4glichen Gottesdienst hinausgeht. St. Marien, die Kirche der B\u00fcrger und Ratsherren, beherbergt die ber\u00fchmte Totentanzorgel und veranstaltet regelm\u00e4\u00dfig Orgelkonzerte, die Musikliebhaber aus weiten Teilen Europa anlocken. St. Petri hingegen ist zu einem Zentrum f\u00fcr aktuelle Kunst und Wissenschaft gewandelt; die Aussichtsplattform auf dem Turm bietet nicht nur einen grandiosen Blick, sondern auch abwechselnde Ausstellungen, die gemeinschaftliche Fragen aus \u00e4sthetischer Perspektive beleuchten. Diese Profilierung ist keineswegs willk\u00fcrlich, sondern das Produkt einer gezielten kulturpolitischen Strategie, die das Zukunftforum Kultur seit langem unterst\u00fctzt und dokumentiert. Ein sehr bemerkenswertes Beispiel f\u00fcr die Transformation vom rein kirchlichen Raum zum aktiven Kulturort ist die Jakobikirche. Als alte Seemannskirche erh\u00e4lt sie mit der Ged\u00e4chtniskapelle f\u00fcr die auf See Gebliebenen ein besonderes maritimes Verm\u00e4chtnis. Parallel dazu hat sie sich als Konzertkirche einen Ruf erworben, in der sowohl alte Musik auf historischen Instrumenten als auch experimentelle Klanginstallationen erklingen. Die restaurierte F\u00fchrer-Orgel und die beiden kleineren Instrumente erlauben ein Klangspektrum, das von barocker Pracht bis zu avantgardistischen Kompositionen geht. Diese Verbindung aus liturgischer Nutzung und \u00f6ffentlichem Kulturprogramm ist typisch f\u00fcr den L\u00fcbecker Weg. Sie zeigt, dass Kirchen keine geschlossenen Gesellschaften sind, sondern willkommene St\u00e4tten, die auf der H\u00f6he der Zeit handeln. Wer sich darauf einstellt, entdeckt R\u00e4ume, in denen Stille und Klang, Gebet und Performance, Tradition und Innovation fruchtbar aufeinandertreffen. Die Rolle der Kirchenmusik im Leben der Stadt Die L\u00fcbecker Kirchenmusiktradition reicht bis zu den gro\u00dfen Kantoren der Hansezeit zur\u00fcck, allen voran Dietrich Buxtehude, der im 17. Jahrhundert an St. Marien wirkte und die ber\u00fchmten Abendmusiken schuf. Diese Konzertreihe war ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges, das Kaufleute, Handwerker und Reisende gleicherma\u00dfen begeisterte. Heute kn\u00fcpfen die Kantorate aller Hauptkirchen bewusst an dieses Erbe auf, ohne in der Vergangenheit zu stehen. Regelm\u00e4\u00dfige Orgelvespern, Kantatengottesdienste und die sommerliche Reihe \u201eOrgelpunkt\u201c lassen geistliche Musik zu einem festen Bestandteil des kulturellen Kalenders. Besonders bemerkenswert ist die Ausbildung junger Musikerinnen und Musiker: Der L\u00fcbecker Knabenkantorei und der M\u00e4dchenkantorei f\u00e4llt es, Kinder und Jugendliche nicht nur stimmlich zu entwickeln, sondern ihnen auch einen tiefen Zugang zur spirituellen Dimension der Musik zu erm\u00f6glichen. So bleibt die Kirchenmusik ein lebendiger Dialog zwischen den Generationen und ein wichtiger Impulsgeber f\u00fcr die gesamte st\u00e4dtische Kulturszene. UNESCO-Welterbest\u00e4tte und kirchliche Baukunst Die Eintragung der L\u00fcbecker Altstadt in die UNESCO-Welterbeliste im Jahr 1987 anerkannte nicht allein die herausragende Profanarchitektur, sondern ganz wesentlich auch die sakralen Bauten als Zentrum des mittelalterlichen Stadtgef\u00fcges. Die sieben T\u00fcrme von St. Marien, St. Petri, St. Jakobi, dem Dom und St. Aegidien sind das weithin wahrnehmbare Markenzeichen der Stadt und zugleich ein steinernes Bekenntnis von europ\u00e4ischem Format. Die Backsteingotik, die hier ihre Vollendung fand, setzte Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr den Kirchenbau im ganzen Ostseeraum und wirkte auf St\u00e4dte von Wismar bis Tallinn. Wer die Kirchen aufmerksam betrachtet, findet eine Vielzahl von Details, die von der Fr\u00f6mmigkeit, aber auch vom Selbstbewusstsein der hansischen Kaufleute erz\u00e4hlen: filigrane Sterngew\u00f6lbe, reich lotto.n-tv.de verzierte Portale und die f\u00fcr L\u00fcbeck \u00fcblichen, schlanken Strebepfeiler, die den Bauk\u00f6rper rhythmisieren. Der Welterbestatus verpflichtet die Stadt, diese Bauten nicht allein zu erhalten, sondern sie auch der \u00d6ffentlichkeit auf eine Weise zug\u00e4nglich zu machen, die ihre Bedeutung<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[78],"tags":[],"class_list":["post-9492","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-dian"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9492\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nyvcol.com\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}